Montessori – das Individuum im Mittelpunkt

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Ich habe zwei Kinder, die jetzt in einem Kindergartenalter sind. Lange habe ich mir Gedanken gemacht, ob mein Kinder eine alternative Kinderbetreuung besuchen sollen. Zur Auswahl standen neben einem klassischen Waldorfkindergarten, auch die Montessoripädagogik. Überzeugend war bei der Montessoripädagogik, dass sie erstens von einer Frau, Maria Montessori, entwickelt wurde und dass sich diese Methode bereits seit 1906 bewährt hat.

Jedes Kind ist ein Individuum, die Philosophie gefällt mir besonders an der Montessoripädagogik. Beeindruckend ist auch das Engagement der Gründerin, die 1907 in einem Armenviertel von Rom ein Kinderhaus eröffnete, um den Teils verwahrlosten Kindern die Möglichkeit zu bieten, Rechnen und Schreiben zu lernen.

Doch für mich hat die alternative Pädagogik auch einen Nachgeschmack. Denn ich stelle mir dabei immer die Frage, ob Kinder in ihrer Erziehung dann in eine Schublade gepresst werden. Denn in einer klassischen Kinderbetreuung treffen verschiedensten Schichten, sowie Interessen aufeinander, so wie es auch im realen Leben ist. Ist denn es nicht existenziell wichtig, dass Kinder neben Pädagogik auch das Leben lernen? Meiner Meinung nach, bietet die Montessorikindergärten und Schulen zwar eine ausgezeichnete Lernmethodik, jedoch bereitet diese alternative Pädagogik nur zum Teil die Kinder auf das Auseinander setzen dieser Gesellschaft vor.

Schließlich ist nicht nur das Lernen ein wichtiger Faktor, sondern auch das selbständige Zurechtkommen, und damit meine ich nicht das Anziehen und Waschen. Wie kann man außerdem eine strickte Pädagogik entwickeln, wenn man sich selbst nicht daran hält. Denn die Gründerin, Maria Montessori, gab Ihr Kind zur Pflege und erst 40 Jahre später stand sie zu ihrem Sohn. Auch wenn es zu dieser damaligen Zeit schwierig für eine Frau war, stößt mir dieser Aspekt der Montessoriphilosophie auf.

Bild: Albrecht E. Arnold / pixelio.de