Inzwischen ist man auch zur Erkenntnis gekommen, dass es eine Sache ist, den Kindern Wissen zu vermitteln, aber gleichzeitig dies nicht alles sein kann. Denn auch die Kreativität der Kinder muss definitiv gefördert werden, gerade, wenn sie noch klein sind. So lässt sich das Ganze nämlich spielerisch realisieren, ohne großen Druck aufbauen zu müssen. Dabei gibt es viele verschiedene Wege die Kreativität der Kinder hervorzukitzeln.
Besonders beliebt und auch Alltag in vielen Kindergärten ist das Malen. Wer hat nicht unzählige Bilder nach Hause gebracht, welche in recht abstrakter Weise den Rest der Familie zeigen oder einfach nur ein Haus. Welches übrigens erstaunlicherweise auf so ziemlich jedem Bild egal welchen Kindes gleich aussah. Man hatte die überdimensionierte Tür mit dem runden Türknopf und die riesigen Fenster, welche noch durch Quer- und Längsstreben (also einem Kreuz) geteilt wurden. Das wirklich interessante daran ist die Tatsache, dass vermutlich kein Kind in einem Haus mit diesen Charakteristika gelebt hat. Da scheint es eine Art kollektives Gedächtnis zu geben.
Wovon man sich bei den Zeichnungen aus dem Kindergarten aber verabschieden sollte ist die Idee, dass diese frühen Kritzeleien einen zu einem richtigen Künstler machen. Ich habe einige Bilder nach Hause gebracht, aber habe auch über 20 Jahre später mit Malen nach Zahlen noch so meine Probleme. Genauso wenig werden Kinder, welche mit Bauklötzen Häuser und andere Gebilde fabriziert haben, zwangsläufig Architekten. Das ist auch gar nicht der Sinn dieser Methoden. Sie sollen das Gehirn stimulieren, man muss sich Gedanken machen, was bringe ich auf Papier, wie fällt das Steinhaus nicht sofort wieder ineinander u. ä. Allerdings verschwinden solche Methoden in der Schule recht schnell, vielleicht ist dies ein Fehler, der behoben werden sollte.
Bild: Simone Hainz / pixelio.de


24. November 2010
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